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Senkfuß:
Ursachen, Symptome & Behandlung

Fußfehlstellungen können bei unzureichender Behandlung äußerst schmerzhaft sein. Was Sie über eine der häufigsten Fehlstellungen, den Knick-Senkfuß wissen sollten und wie man ihn am besten behandelt, erfahren Sie hier.

Der Senkfuß tritt meist unter den Namen Knick-Senkfuß oder Knick-Plattfuß auf. Dabei handelt es sich um eine Abflachung bzw. um ein Einsinken der Innenseite des Fußes, dem Fußlängsgewölbes. Dadurch wird auch die Stellung der Ferse verändert. Besonders bei Belastungen neigt sie sich nach innen, während der Vorfuß nach außen abweicht.

Je nach Schweregrad dieser Deformität kann es zu unterschiedlichen Beschwerden kommen. Bei noch leichteren Symptomen ist von einem Knick-Senkfuß die Rede. Die bereits ausgeprägte Veränderung, welche der Körper selbst nicht mehr ausgleichen kann, nennt man Knick-Plattfuß.

In den meisten Fällen lässt sich ein Knick-Senkfuß konservativ behandeln. Als erste Maßnahme werden in der Regel spezielle orthopädische Maßeinlagen verschrieben, die bereits nach kurzer Zeit für effektive Linderung der Beschwerden sorgen.

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Woran erkennt man einen Knick-Senkfuß?

Ein gesunder Fuß besteht aus einem Längs- und Quergewölbe, welche den Fuß tragen, stützen und federn. Der mittlere, innere Bereich der Fußsohle ist vom Boden abgehoben. Während ein gesunder Fuß einen klassischen Fußabdruck hinterlässt, liegt beim Senkfuß nahezu der gesamte Fuß am Boden auf. Dabei erkennt man deutlich, dass der Vorfuß breiter ist.

Ist die Abflachung stark ausgeprägt, sodass die Fußsohle zur Gänze aufliegt, spricht man von einem Plattfuß. Oft tritt diese Fußfehlstellung in Kombination mit dem Knickfuß auf. Daraus ergibt seine eine X-Stellung – der Fuß knickt deutlich nach innen ein bzw. die Ferse steht nach außen.

Symptome eines Knick-Senkfußes

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Schmerzen bei Belastung im Bereich des Fußinnenrandes. Diese können sich bis in den Unterschenkel ausbreiten. In manchen Fällen tritt auch eine Knöchelschwellung innen und außen auf.

Je nach Ausprägung der Fehlstellung ermüden die Füße deutlich schneller. Gerade bei längeren Spaziergängen oder anderen Belastungen machen sich die Beschwerden stärker bemerkbar.

Auch an den Schuhen ist der Knick-Senkfuß gut erkennbar. Aufgrund der hohen Belastung der Fußinnenseite sind die Schuhsohlen am Innenrand wesentlich stärker abgenutzt. Zusätzlich dazu ist das Fußbett oft durchgetreten.

Neben dem Senkfuß können auch andere Fußfehlstellungen oder -erkrankungen die Ursache für Schmerzen oder anderen Beschwerden sein. Auch Fersensporn, ein Spreizfuß oder der Hallux Valgus können unangenehme Fußschmerzen bereiten.

Wichtig: die Behandlung beginnt mit einer genauen Diagnose. Aus diesem Grund ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Ursachen für einen Knick-Senkfuß

Ein Knick-Senkfuß muss nicht zwangsläufig durch falsche Belastung oder falsches Schuhwerk ‚erworben‘ sein. In manchen Fällen ist er angeboren. Dies ist auf eine Knochenfehlstellung zurückzuführen, bei der sich der Innenrand des Fußes zur Sohle vorwölbt. Dabei kommen sich das Sprung- und Kahnbein in die Quere. Bleibt ein angeborener Senkfuß dauerhaft unbehandelt, kann dies erhebliche Probleme beim Stehen und Gehen mit sich bringen.

Bei Erwachsenen wird der Knick-Senkfuß von Orthopäden anders bewertet als dies bei Kindern der Fall ist. Das ist darauf zurückzuführen, dass während der Wachstumsphase die Füße mit entsprechenden Übungen noch aufgerichtet werden können.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist es jedoch so, dass nach Ende des Skelettwachstums die Knick-Senkfuß-Fehlstellung rein konservativ kaum noch behandelbar ist.

Eine starke Fußmuskulatur als Prävention

Zu den häufigsten Ursachen, die einen Knick-Senkfuß mit der Zeit entstehen lassen können, zählen u.a.:

  • falsches Schuhwerk
  • eine schwach ausgeprägte Fußmuskulatur
  • mangelnde Bewegung
  • häufiges, langes Stehen
  • Fehl- oder Überbelastungen
  • starkes Übergewicht

Eine schwache Fußmuskulatur führt auf Dauer dazu, dass sich die natürliche Wölbung des Fußes reduziert. Das wiederum bringt eine Fehlbelastung sowie eine Funktionsstörung der Sehnen und Muskeln mit sich. Der Fuß kann nur durch eine starke Fußmuskulatur das Gesamtgewicht gleichmäßig auf den ganzen Fuß verteilen.

Leider bleibt es in solchen Fällen nicht nur bei Fußbeschwerden. Oft sind Schmerzen im Unterschenkel schmerzhafte Begleiter des Knick-Senkfußes, da die betroffene Sehne vom Unterschenkel kommend zum Innenknöchel an den Innenrand des Fußes verläuft.

Die Tibialis-posterior-Sehne ist für die Aufrechterhaltung des Fußlängsgewölbes zuständig. Je geschwächter sie ist, desto anfälliger ist sie für Verletzungen oder Entzündungen. Beides kann die Entstehung eines Senkfußes begünstigen.

Auch rheumatische Erkrankungen können für eine chronische Entzündung der Sehnenscheide verantwortlich sein. Generell gilt: eine starke Fußmuskulatur dient nicht nur als Verletzungsprophylaxe, sie beugt auch Fußfehlstellungen effektiv vor. Aus diesem Grund sind regelmäßiges Training und Barfußablaufen die ersten Maßnahmen, die vorbeugend ergriffen werden sollten.

Wie wird ein Knick-Senkfuß behandelt?

In den meisten Fällen kann ein Knick-Senkfuß rein konservativ therapiert werden. Das heißt, ein operativer Eingriff ist nicht vorgesehen. Als erste Maßnahme werden maßgeschneiderte orthopädische Einlagen verordnet. Sie erfüllen in der Regel eine stützende und zugleich schmerzlindernde Funktion. Ganz wichtig ist hier eine optimale Passform.

Sie müssen, wie das Schuhwerk auch, stabil und fest sein, ohne Druckstellen zu erzeugen. Dabei ist die Qualität sowohl bei den Schuhen als auch bei den Einlagen für einen langfristigen Therapieerfolg mitverantwortlich.

Zusätzlich dazu werden meist mehrere Einheiten für Physiotherapie verschrieben, um akute Schmerzen zu behandeln sowie möglichen weiteren Beschwerden entgegenzuwirken.

Bei Kindern kommen häufig auch propriozeptive Einlagen zum Einsatz. Sie können durch ihre besondere Konzeption eine dauerhafte Aktivierung der kindlichen Fußmuskulatur erwirken und so den Fuß in ein korrektes Wachstum lenken.

Behandlung der Tibialis posterior Sehne

Sofern keine starke Schwächung bzw. keine Verletzung der Tibialis posterior Sehne vorliegt, sind konservative Therapiemaßnahmen ausreichend, um sie zu kräftigen.

Bei Entzündungen der Sehne können entzündungshemmende Therapien dem Heilungsprozess unterstützend eingesetzt werden. Möglich wären beispielsweise:

  • Ultraschalltherapie
  • Einnahme von speziellen Antirheumatika
  • Fußbettung mithilfe von stützenden, aber entlastenden Einlagen
  • Orthesen, welche die Seitenbänder sowie das obere Sprunggelenk stützen
  • Entzündungshemmende Spritzentherapie

Bevor man sich für eine Therapieform entscheidet, sollte die Diagnose vorab durch einen Facharzt abgeklärt werden. Ein fachkundiger Orthopäde wird sich mithilfe von Röntgenaufnahmen ein genaues Bild verschaffen und die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Bei einer ausführlichen, fachärztlichen Untersuchung werden sämtliche Fehlstellungskomponenten wie Schwellungen, Druckempfindlichkeit oder andere Beschwerden berücksichtigt. Außerdem werden die Gelenke einer Bewegungsprüfung unterzogen, die Bänder auf Stabilität untersucht und die Muskulatur geprüft.

Maßnahmen, um einem Knick-Senkfuß vorzubeugen

Gezieltes Fußmuskeltraining ist der Schlüssel zu dauerhafter Fußgesundheit. Dabei geht es darum, das Fußgewölbe mittels Muskeltrainings und sensorischen Übungen dahingehend zu stärken, dass Fehlstellungen erst gar nicht die Chance bekommen, zu entstehen. Regelmäßiges Training und Barfußlaufen sind die perfekte Kombination und bilden ein solides Grundgerüst.

In weiterer Folge können entsprechende orthopädische Einlagen mit Stützfunktion als Prophylaxe eingesetzt werden. Unabhängig davon, ob als vorbeugende Maßnahme oder Therapie, orthopädische Einlagen werden meist nach vorangegangener ärztlicher Untersuchung verschrieben. Erhältlich sind Sie entweder im Sanitätshaus oder direkt beim Orthopädietechniker.

Wir, als Fachbetrieb für Orthopädieschuhtechnik, nehmen genau Maß und versorgen Sie Ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend!

Was bewirken Knick-Senkfuß Einlagen?

Durch die individuelle Passform werden die Einlagen ideal an die Fußform angepasst. Ihre Hauptfunktion besteht darin, das Fußlängsgewölbe zu unterstützen und durch die Stütz- und Polsterfunktion die Beschwerden zu lindern.

Zusätzlich tragen sie dazu bei, Arthrose in den Fuß- und Kniegelenken vorzubeugen. Beim Knick-Senkfuß kommen vorwiegend sensomotorische oder propriozeptive („aktive“) Einlagen zu Einsatz. Diese verfügen über klar definierte Be- und Entlastungsflächen, welche sowohl die Fuß- als auch die Beinmuskulatur stimulieren. Durch die Aktivierung der Muskulatur wird der Fuß entlastet und das Gehen somit deutlich erleichtert.

Gesunde Füße ein Leben lang

Bleibt eine Fußfehlstellung dauerhaft unbehandelt, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Fußform haben. Zahlreiche weitere Beschwerden können unangenehme Begleiter werden. Neben Arthrose in Fuß- und Kniegelenken kann es bei unbehandelten Problemen der Tibialis posterior Sehne zu einer dauerhaften Schädigung der Gelenke kommen. Des Weiteren begünstigt eine Knick Senkfuß Fehlstellung die Entstehung von Fersensporn, was wiederum für andere Begleiterscheinungen verantwortlich sein könnte.

Aus diesen Gründen ist eine ganzheitliche, nachhaltige Fußgesundheit so wichtig. Als vorbeugende Maßnahme bzw. unterstützende Therapie sind neben maßgeschneiderten Schuheinlagen spezielle Kraftübungen zur Stabilisierung und zum Muskelaufbau ideal.

Auch wenn ein Knick-Senkfuß zu den häufigsten Fehlstellungen zählt, kann man ihm mit unterschiedlichen Methoden effektiv entgegenwirken, sofern er nicht angeboren ist. Sobald Beschwerden, die auf eine Fehlstellung hindeuten, spürbar werden, sollte man unbedingt einen Facharzt aufsuchen. Je früher die ärztliche Diagnose erfolgt, desto erfolgreicher und schneller kann die richtige Behandlung eingeleitet werden.

Rudolf Forster

Geschäftsführer Forster Schuh- & Orthopädietechnik

Rudolf Forster ist Geschäftsführer und seines Zeichens Meister für Orthopädieschuhtechnik. Ein hoher Qualitätsstandard und absolute Kundenzufriedenheit sind für ihn genauso wichtig wie die Fachkompetenz und Zufriedenheit seiner Mitarbeiter/innen.